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Tagessatz vs. Managed Service: Kostenvergleich Kubernetes

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Tagessatz vs. Managed Service: Warum 1.200 EUR/Tag teurer ist als 4.000 EUR/Monat

Die Rechnung sieht auf den ersten Blick einfach aus: Ein Freelancer fuer 1.200 EUR am Tag, vielleicht 5 Tage im Monat, macht 6.000 EUR. Ein Managed Service fuer 4.000 EUR im Monat -- das klingt vergleichbar, also nimmt man den Freelancer, weil man "nur zahlt, wenn man ihn braucht."

Diese Logik hat einen fundamentalen Denkfehler: Sie vergleicht Tagessaetze mit Monatspauschalen, ohne die versteckten Kosten, die Verfuegbarkeitsluecken und das Risiko des Wissensverlusts einzupreisen. Dieser Artikel macht den ehrlichen Vergleich.

TL;DR

  • Ein Freelancer mit 1.200 EUR Tagessatz kostet bei realistischem Bedarf 10.000-17.000 EUR pro Monat -- nicht die "5 Tage fuer 6.000 EUR", die im Budget stehen
  • Die groessten versteckten Kosten sind Verfuegbarkeitsluecken (nachts, Wochenende, Urlaub) und Wissensverlust bei Abgang
  • Ein Managed Service fuer 4.000 EUR/Monat liefert Team-Redundanz, SLA-Garantien und 24/7-Abdeckung -- fuer einen Bruchteil der Freelancer-Kosten
  • Die TCO-Analyse ueber 12 Monate zeigt: Der Managed Service spart 50.000-100.000 EUR gegenueber dem Freelancer-Modell
  • Ab 5 Tagen monatlichem Bedarf ist der Managed Service in jedem Szenario guenstiger

Die sichtbaren Kosten: Was auf der Rechnung steht

Freelancer-Rechnung

Freelancer-Rechnung Monat Januar:

Position                          Anzahl    Einzelpreis    Gesamt
────────────────────────────────────────────────────────────────
Kubernetes-Administration           8 Tage    1.200 EUR    9.600 EUR
Reisekosten (2x vor Ort)                                     480 EUR
────────────────────────────────────────────────────────────────
Netto:                                                    10.080 EUR
USt. 19%:                                                  1.915 EUR
────────────────────────────────────────────────────────────────
Brutto:                                                   11.995 EUR

Managed-Service-Rechnung

Managed Service Rechnung Monat Januar:

Position                          Anzahl    Einzelpreis    Gesamt
────────────────────────────────────────────────────────────────
Kubernetes Managed Service           1        4.000 EUR    4.000 EUR
(inkl. 24/7 Monitoring, Incident
 Response, Patching, Reporting)
────────────────────────────────────────────────────────────────
Netto:                                                     4.000 EUR
USt. 19%:                                                    760 EUR
────────────────────────────────────────────────────────────────
Brutto:                                                    4.760 EUR

Soweit die sichtbaren Zahlen. Jetzt zu dem, was nicht auf der Rechnung steht.


Die unsichtbaren Kosten: Was Sie nicht sehen

1. Interne Koordinationszeit

Ein Freelancer braucht Steuerung. Jemand muss Aufgaben priorisieren, Ergebnisse abnehmen, Fragen beantworten. Diese interne Zeit wird selten erfasst, kostet aber real.

Interne Koordinationskosten pro Monat:

Aufgabe                              Stunden/Monat    Interner Stundensatz
────────────────────────────────────────────────────────────────────────
Aufgaben priorisieren und briefen         4h              75 EUR = 300 EUR
Ergebnisse reviewen und abnehmen          4h              75 EUR = 300 EUR
Rueckfragen beantworten                   3h              75 EUR = 225 EUR
Status-Meetings                           2h              75 EUR = 150 EUR
Zugaenge einrichten/verwalten             1h              75 EUR =  75 EUR
────────────────────────────────────────────────────────────────────────
Gesamt interne Koordination:             14h                    1.050 EUR

Bei Managed Service:
Monatliches Review-Meeting                2h              75 EUR = 150 EUR
Gelegentliche Abstimmung                  2h              75 EUR = 150 EUR
────────────────────────────────────────────────────────────────────────
Gesamt interne Koordination:              4h                      300 EUR

2. Wissensverlust bei Abgang

Der teuerste Moment im Freelancer-Modell ist der, an dem der Freelancer geht. Alles, was er ueber Ihren Cluster weiss, geht mit ihm.

Kostenposition bei Freelancer-AbgangGeschaetzte Kosten
Neuen Freelancer finden (2-4 Wochen Suche)0 EUR (aber 2-4 Wochen ohne Support)
Einarbeitung neuer Freelancer (5-10 Tage halbe Produktivitaet)3.000 - 6.000 EUR
Fehlende Dokumentation nacharbeiten2.000 - 5.000 EUR
Erhoehtes Ausfallrisiko waehrend Uebergangsphase5.000 - 50.000 EUR (ein Incident)
Gesamt pro Freelancer-Wechsel10.000 - 61.000 EUR

Bei einer durchschnittlichen Freelancer-Bindung von 6-12 Monaten passiert das regelmaessig.

Ein Managed Service hat dieses Problem nicht: Das Wissen liegt im Team und in der Dokumentation, nicht in einer einzelnen Person. Wenn ein Engineer den Provider verlaesst, bemerken Sie es nicht, weil das Team weiterarbeitet.

3. Verfuegbarkeitsluecken

Verfuegbarkeitsvergleich (8.760 Stunden pro Jahr):

Freelancer (realistisch):
├── Werktage 9-17 Uhr:           2.088h (23,8%)
├── Abzueglich Urlaub (30 Tage):  -240h
├── Abzueglich Krankheit (10 Tage): -80h
├── Abzueglich andere Kunden:     -500h
├── Tatsaechlich verfuegbar:     1.268h (14,5%)
└── NICHT verfuegbar:            7.492h (85,5%)

Managed Service (24/7 mit SLA):
├── 24/7 On-Call-Abdeckung:      8.760h (100%)
├── SLA-Reaktionszeit:           15 Minuten
├── Team-Rotation:               Kein Single Point of Failure
└── Tatsaechlich verfuegbar:     8.760h (100%)

Differenz: 7.492 Stunden pro Jahr ohne Abdeckung beim Freelancer

Was bedeuten 7.492 Stunden ohne Abdeckung? Es bedeutet, dass bei einem Incident am Freitagabend, am Samstag, am Sonntag oder nachts niemand da ist. Kein SLA, keine Garantie, nur eine Telefonnummer und die Hoffnung, dass der Freelancer abhebt.

Mehr zu den Risiken des Freelancer-Modells und wann es trotzdem Sinn macht, lesen Sie im Freelancer vs. Managed Service Vergleich.


Die TCO-Analyse: 12 Monate im Vergleich

Szenario A: Ruhiger Betrieb (kein groesserer Incident)

Kostenposition (12 Monate)Freelancer (8 Tage/Monat)Managed Service
Direkte Kosten (Tagessatz/Pauschale)115.200 EUR48.000 EUR
Reisekosten5.760 EUR0 EUR
Interne Koordination12.600 EUR3.600 EUR
Tooling (vom Freelancer eingerichtet)inklusiveinklusive
Jahreskosten (ruhig)133.560 EUR51.600 EUR
Ersparnis Managed Service--81.960 EUR

Szenario B: Realistischer Betrieb (2 groessere Incidents, 1 Freelancer-Wechsel)

Kostenposition (12 Monate)FreelancerManaged Service
Grundkosten (wie oben)133.560 EUR51.600 EUR
Incident 1: Freitagabend, 3h Downtime15.000 EUR2.500 EUR (20 Min MTTR)
Incident 2: Wochenende, 5h Downtime25.000 EUR3.000 EUR (25 Min MTTR)
Freelancer-Wechsel (1x in 12 Monaten)25.000 EUR0 EUR
Jahreskosten (realistisch)198.560 EUR57.100 EUR
Ersparnis Managed Service--141.460 EUR

Szenario C: Worst Case (Security Incident, Datenverlust-Risiko)

Worst-Case-Szenario: Security Incident am Wochenende

Freelancer:
├── Samstag 14:00: Alert - ungewoehnlicher Traffic
├── 14:05: Automatische Benachrichtigung per SMS
├── 14:30: Freelancer liest SMS (beim Einkaufen)
├── 15:00: Freelancer ist zu Hause, oeffnet Laptop
├── 15:15: Erster Blick auf den Cluster
├── 15:30: "Das sieht nach einem Compromise aus"
├── 15:45: Googelt "kubernetes security incident response"
├── 16:30: Beginnt mit Containment
├── 18:00: Situation unter Kontrolle
├── Kosten: 4h Downtime + potentieller Datenverlust
├── DSGVO-Meldung: moeglicherweise erforderlich
└── Gesamtschaden: 50.000 - 200.000+ EUR

Managed Service:
├── Samstag 14:00: Alert - ungewoehnlicher Traffic
├── 14:01: On-Call-Engineer bestaetigt Alert
├── 14:05: Security-Runbook gestartet
├── 14:10: Betroffene Pods isoliert (NetworkPolicy)
├── 14:20: Forensische Analyse laeuft
├── 14:35: Containment abgeschlossen
├── 14:45: Incident Report an Kunden
├── Kosten: 45 Min eingeschraenkter Betrieb
├── DSGVO: Fruehe Erkennung, kein Datenverlust
└── Gesamtschaden: 5.000 - 15.000 EUR

Der Break-Even-Punkt

Ab welchem Bedarf ist der Managed Service guenstiger? Die Antwort haengt von der Anzahl der Freelancer-Tage pro Monat ab.

Break-Even-Analyse (reine Direktkosten):

Tage/Monat   Freelancer          Managed Service     Guenstiger
────────────────────────────────────────────────────────────────
 2 Tage       2.400 EUR/Monat     4.000 EUR/Monat    Freelancer
 3 Tage       3.600 EUR/Monat     4.000 EUR/Monat    Freelancer
 4 Tage       4.800 EUR/Monat     4.000 EUR/Monat    Managed Service
 5 Tage       6.000 EUR/Monat     4.000 EUR/Monat    Managed Service
 8 Tage       9.600 EUR/Monat     4.000 EUR/Monat    Managed Service
10 Tage      12.000 EUR/Monat     4.000 EUR/Monat    Managed Service

Break-Even bei reinen Direktkosten: 3,3 Tage/Monat

Break-Even inkl. versteckter Kosten (Koordination, Risiko):
Bereits ab 2 Tagen/Monat ist der Managed Service
wirtschaftlicher, wenn man Ausfallrisiko einpreist.

Der Punkt ist: Wenn Sie weniger als 2-3 Tage pro Monat Kubernetes-Arbeit haben, brauchen Sie wahrscheinlich weder Freelancer noch Managed Service. Ab 3 Tagen Bedarf ist der Managed Service die wirtschaftlichere Loesung -- und ab 5 Tagen ist es nicht einmal mehr knapp.


Was der Tagessatz nicht abdeckt

Ein Tagessatz kauft Ihnen Arbeitszeit. Er kauft Ihnen keine Verlaesslichkeit. Hier die Unterschiede im Detail.

LeistungIm Tagessatz enthaltenIm Managed Service enthalten
Arbeitszeit (geplant)JaJa
24/7 ErreichbarkeitNeinJa (SLA)
Garantierte ReaktionszeitNeinJa (15-60 Min je nach SLA)
VertretungsregelungNeinJa (Team-Rotation)
Dokumentation als StandardSeltenJa (Teil des Service)
Security Patching proaktivNur wenn beauftragtJa (kontinuierlich)
Upgrade-ManagementNur wenn beauftragtJa (geplant und getestet)
Backup und Restore-TestsNur wenn beauftragtJa (regelmaessig)
Monatliches ReportingNeinJa
Vertragsstrafe bei SLA-BruchNeinJa

Das Verfuegbarkeitsproblem in Zahlen

# Wann werden Kubernetes-Incidents gemeldet?
# Auswertung typischer Mittelstaendler (12 Monate, 47 Incidents)

echo "Incidents nach Tageszeit:"
echo "Mo-Fr 09-17:   12 Incidents (26%)  <- Freelancer verfuegbar"
echo "Mo-Fr 17-22:    9 Incidents (19%)  <- Freelancer: vielleicht"
echo "Mo-Fr 22-09:    8 Incidents (17%)  <- Freelancer: nein"
echo "Sa/So tagsüber: 7 Incidents (15%)  <- Freelancer: nein"
echo "Sa/So nachts:   5 Incidents (11%)  <- Freelancer: nein"
echo "Feiertage:      6 Incidents (13%)  <- Freelancer: nein"
echo ""
echo "Zusammenfassung:"
echo "Freelancer abgedeckt:     12 von 47 (26%)"
echo "Freelancer vielleicht:     9 von 47 (19%)"
echo "Freelancer nicht da:      26 von 47 (55%)"
echo ""
echo "Managed Service abgedeckt: 47 von 47 (100%)"

Mehr als die Haelfte aller Incidents passieren zu Zeiten, in denen ein Freelancer vertraglich nicht verfuegbar ist. Das ist kein Vorwurf an Freelancer -- es ist die Realitaet des Tagessatz-Modells.


Wann ein Tagessatz trotzdem Sinn macht

Es waere unehrlich zu behaupten, dass ein Managed Service immer die bessere Wahl ist. Es gibt Szenarien, in denen der Tagessatz das richtige Modell ist.

Gute Gruende fuer einen Tagessatz

  • Einmalige Projekte: Cluster-Aufbau, Architektur-Review, Migrations-Planung -- abgegrenzte Aufgaben mit klarem Ende
  • Spezialwissen: GPU-Cluster, ML-Pipelines, branchenspezifische Compliance -- wenn Sie Nischen-Expertise brauchen, die kein Managed Service abdeckt
  • Weniger als 3 Tage Bedarf pro Monat: Bei minimalem Bedarf ist der Freelancer guenstiger
  • Ueberbrueckung: Bis ein Managed Service oder internes Team aufgebaut ist

Das Hybridmodell

Fuer viele Mittelstaendler ist die beste Loesung eine Kombination:

# hybrid-modell.yaml
# Kombination aus Managed Service und gezieltem Freelancer-Einsatz

managed_service:
  leistung:
    - 24_7_monitoring_und_alerting
    - incident_response_und_troubleshooting
    - security_patching_und_updates
    - backup_und_disaster_recovery
    - kubernetes_upgrades
    - monatliches_reporting
  kosten: "4.000 EUR/Monat"
  abdeckung: "Laufender Betrieb, 100% Verfuegbarkeit"

freelancer_gezielt:
  leistung:
    - neue_microservice_architektur_entwerfen
    - grosse_migrations_projekte
    - performance_optimierung_einmalig
    - spezial_integrationen
  kosten: "1.200 EUR/Tag, 3-5 Tage pro Quartal"
  abdeckung: "Projektarbeit, abgegrenzter Scope"

gesamt_jahreskosten:
  managed_service: "48.000 EUR"
  freelancer_projekte: "14.400 - 24.000 EUR (12-20 Tage/Jahr)"
  total: "62.400 - 72.000 EUR"
  vergleich_freelancer_only: "133.000+ EUR"
  ersparnis: "61.000 - 71.000 EUR pro Jahr"

Der Managed Service deckt den Betrieb ab. Der Freelancer bringt Spezialwissen fuer abgegrenzte Projekte ein. So nutzen Sie die Staerken beider Modelle, ohne die Schwaechen in Kauf zu nehmen.

Fuer eine ausfuehrliche Analyse, wann interner Betrieb wirtschaftlicher wird, lesen Sie den Kostenvergleich intern vs. extern.


Checkliste: Die richtige Entscheidung treffen

Beantworten Sie diese Fragen ehrlich. Jedes "Ja" spricht fuer den Managed Service.

FrageJa = Managed ServiceNein = Tagessatz moeglich
Laufen Production-Workloads auf Kubernetes?Managed ServiceTagessatz
Brauchen Sie 24/7 Erreichbarkeit?Managed ServiceTagessatz
Haben Sie mehr als 5 Tage/Monat K8s-Bedarf?Managed ServiceTagessatz
Gibt es Compliance-Anforderungen (DSGVO, BSI)?Managed ServiceTagessatz
Hatten Sie in den letzten 6 Monaten einen Ausfall?Managed ServiceTagessatz
Ist Ihr Freelancer der einzige mit Cluster-Wissen?Managed ServiceTagessatz
Planen Sie, weitere Workloads zu migrieren?Managed ServiceTagessatz

Ab 4 oder mehr "Ja"-Antworten ist der Managed Service die klar wirtschaftlichere und sicherere Wahl.


Fazit

Der Vergleich Tagessatz vs. Managed Service ist keine Frage der Tagespreise. Es ist eine Frage der Gesamtkosten, der Verfuegbarkeit und des Risikos.

Ein Tagessatz von 1.200 EUR klingt guenstig, aber die versteckten Kosten -- interne Koordination, Verfuegbarkeitsluecken, Wissensverlust bei Abgang, laengere Ausfallzeiten -- machen das Freelancer-Modell fuer den laufenden Kubernetes-Betrieb im Mittelstand teurer als einen Managed Service.

Die ehrliche Rechnung: 4.000 EUR/Monat fuer einen Managed Service kaufen Ihnen mehr Leistung, mehr Sicherheit und mehr Verfuegbarkeit als 10.000+ EUR/Monat fuer einen Freelancer.

Freelancer haben ihre Berechtigung -- fuer abgegrenzte Projekte, Spezialwissen und Ueberbrueckung. Fuer den laufenden Betrieb Ihrer Production-Cluster ist der Managed Service die wirtschaftlichere Entscheidung.


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