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- Phillip Pham
- @ddppham
Agentic AI auf Kubernetes: Was in der Praxis zählt
TL;DR
- Kubernetes bleibt das Substrat für produktive AI-Workloads — nicht weil es „AI-native" ist, sondern weil Isolation, Scheduling, Portabilität und Open Tooling zusammenkommen.
- Der Stack hat vier Schichten: Inference → Serving → Training → Agentic Systems. Teams scheitern, wenn sie bei Chat-Demos stehen bleiben.
- Was heute funktioniert: GPU-Nodes, Device Plugins, Model Serving, Basis-Observability. Was schwerer ist: Gang-Scheduling, Topologie, Session-State, sichere Agent-Sandboxes, Cost-per-Token.
- Self-hosted gibt Kontrolle (Scheduler, Acceleratoren, Datenresidenz, Unit Economics) — der Preis ist Betriebskomplexität.
- Agents brauchen Sandbox + Identity, sonst „laufen sie wild" über Tool-Calls und Secrets.
Für wen dieser Artikel ist
Für Teams, die bereits Kubernetes betreiben und herausfinden wollen, was AI-Workloads zusätzlich brauchen — nicht für den ersten Cluster-Workshop.
Die ehrliche Agenda aus der Praxis:
- Was heute funktioniert
- Was schwerer aussieht, als es in Folien steht
- Wohin das Ökosystem geht (Agents, Sandboxes, Reference Stacks)
Warum Kubernetes als Substrat auftaucht
Managed AI-Stacks sind schnell. Self-managed auf Kubernetes gewinnt, wenn eines davon zählt:
| Anforderung | Warum K8s hilft |
|---|---|
| Granulare Kontrolle | Eigener Scheduler, eigene Acceleratoren, eigenes Isolation-Modell |
| Open Tooling | vLLM, Kueue, Gateway API, SPIRE — ohne Vendor-Lock-in der gesamten Plattform |
| Datenresidenz | Gewichte und Workloads bleiben, wo Compliance es verlangt |
| Unit Economics | Cost per Token / Inference / Tenant wird tunebar |
Der Trade-off ist klar: Flexibilität gegen Operational Overhead. Wer die Plattform nicht betreiben will, sollte Managed Inference einkaufen. Wer Cost-per-Token und Souveränität braucht, bleibt auf Kubernetes — und investiert in Plattform-Engineering.
Der Vier-Schichten-Stack
Von unten nach oben denken — nicht mit dem Agent-Framework starten:
┌─────────────────────────────┐
│ 4. Agentic Systems │ Orchestrierung, Tools, Sandbox, Identity
├─────────────────────────────┤
│ 3. Training / Fine-Tuning │ Jobs, Queues, Checkpointing
├─────────────────────────────┤
│ 2. Serving │ Endpoints, Autoscaling, SLOs
├─────────────────────────────┤
│ 1. Inference Engine │ vLLM u. a. auf GPU/CPU
├─────────────────────────────┤
│ Kubernetes + Accelerators │ Nodes, DRA, Device Plugin, Netz
└─────────────────────────────┘
Schicht 1–2: Inference und Serving
Modelle brauchen GPUs (oder passende Acceleratoren), Device Plugins und klare Resource-Requests. Serving macht daraus Endpoints mit Metriken — TTFT, Tokens/s, Fehlerquoten.
apiVersion: apps/v1
kind: Deployment
metadata:
name: inference-engine
spec:
replicas: 1
selector:
matchLabels:
app: inference-engine
template:
metadata:
labels:
app: inference-engine
spec:
tolerations:
- key: nvidia.com/gpu
operator: Exists
effect: NoSchedule
containers:
- name: engine
image: vllm/vllm-openai:latest
resources:
limits:
nvidia.com/gpu: 1
Mehr zu GPU-Grundlagen: GPU Workloads auf Kubernetes. Mehr zu verteilter Inference: LLM-D.
Schicht 3: Training und Queues
Training startet oft Tausende Pods gemeinsam (Gang-Scheduling). Der Default-Scheduler reicht dafür nicht. Kueue, Volcano und verwandte Projekte füllen die Lücke — Topologie, NUMA und Accelerator-Generation werden First-Class-Signale.
Schicht 4: Agentic Systems
Agents verketteten Tool-Calls, halten Session-State und führen Code aus. Hier scheitern Naive-Deployments:
- State: lange Sessions überleben Evictions und Topology-Changes nicht von allein
- Security: untrusted Tool-Code braucht VM-Sandboxen
- Identity: keine statischen Secrets — siehe Keyless Identity
# Agent-Workload mit eigener RuntimeClass (Sandbox)
apiVersion: v1
kind: Pod
metadata:
name: agent-session
spec:
runtimeClassName: kata-containers
containers:
- name: agent
image: your-agent:latest
env:
- name: INFERENCE_URL
value: http://inference-engine.svc:8000
Was schwerer ist, als es aussieht
- Heterogene Acceleratoren: Neue GPU-Generation ≠ Plattform-Neubau — aber Topology-Awareness muss ins Scheduling.
- Skalierung am richtigen Signal: CPU/Memory reichen nicht; Queue-Tiefe, Token-Latenz und Cache-Hits zählen.
- Cost per Token: Ohne Messung wird „mehr GPUs" zur Default-Antwort.
- Sandbox-Lifecycle: Agents sind keine normalen Deployments — create → execute → reset → destroy.
- Confused Deputy: Agents mit zu breiten Tokens — abfangen über Identity Chaining.
Checkliste für die nächste Woche
- GPU-Nodes + Device Plugin verifiziert, Taints/Tolerations dokumentiert
- Ein Inference-Endpoint mit TTFT- und Fehler-Metriken
- Klare Trennung: Demo-Chat vs. produktiver Serving-Pfad
- Entscheidung: Managed Inference vs. Self-host für welche Modelle
- Agent-PoC nur in Sandbox-Runtime, nicht auf Shared-Kernel-Default
- Keine langlebigen Client-Secrets in Agent-Pods
- Cost-per-Token grob schätzen (Hardware + Tokens/Tag)
Vendor-Reference-Stacks (z. B. integrierte Agent-Sandboxes auf Managed Kubernetes) können den Einstieg beschleunigen — die Architekturprinzipien bleiben dieselben: Isolation, Identity, messbare Inference.
Fazit
Agentic AI auf Kubernetes ist kein einzelnes Produkt. Es ist ein Schichtmodell: solide Inference, Serving mit SLOs, Training mit Queues — und erst dann Agents mit Sandbox und Zero-Trust.
Was heute funktioniert, reicht für Demos. Was in Produktion zählt, sind Scheduling, Topologie, Session-Härte und Security. Wer das ehrlich priorisiert, spart sich den teuren Umweg über „Agent Framework first".
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